| La Spezia | ||
|---|---|---|
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|
| Staat: | Italien | |
| Region: | Ligurien | |
| Provinz: | La Spezia (SP) | |
| Koordinaten: | 44° 6′ N, 9° 49′ O44.1069444444449.82222222222220Koordinaten: 44° 6′ 25″ N, 9° 49′ 20″ O | |
| Höhe: | 0 m s.l.m. | |
| Fläche: | 51 km² | |
| Einwohner: | 95.317 (31. Dez. 2011)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 1869 Einw./km² | |
| Postleitzahl: | 19100, 19121 bis 19126, 19131 bis 19139 | |
| Vorwahl: | 0187 | |
| ISTAT-Nummer: | 011015 | |
| Volksbezeichnung: | Spezzini | |
| Schutzpatron: | San Giuseppe | |
| Website: | http://www.comune.sp.it | |
La Spezia (im Ligurischen: Spèza) ist eine Stadt in der norditalienischen Region Ligurien und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Mit 95.317 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2011) ist La Spezia die zweitgrößte Gemeinde der Region, nach der Regionalhauptstadt Genua.
Die Stadt liegt am östlichen Ende der Riviera di Levante und der Region Ligurien, wenige Kilometer von der Regionalgrenze zur Toskana entfernt. Sie liegt an einem tiefen Naturgolf, der ihr seinen Namen verdankt. Dieser Golf, der auch unter dem Namen Golfo dei Poeti (zu deutsch: Golf der Poeten) bekannt ist, ist von einer Hügelkette umgeben, deren höchsten Punkt der Monte Parodi (673 Meter), westlich des Stadtzentrums, bildet. Das Gemeindegebiet stellt einen Teil der Verwaltungszone Autorità di Bacino Interregionale del Fiume Magra dar, und ein kleiner Abschnitt des Territoriums von La Spezia (die Siedlung Tramonti) gehört zum Nationalpark der Cinque Terre.
Inhaltsverzeichnis |
La Spezia liegt auf einem engen Landstreifen, den im Norden und Westen Berge und im Süden das Meer begrenzen. Eine Folge davon ist, dass eine größere Anzahl von Stadtvierteln auf den umliegenden Hügeln entstanden ist und die urbane Struktur daher relativ unregelmäßig ist. Um dem Stadtkern die Expansion in östlicher Richtung zu ermöglichen, wurde in den Dreißiger Jahren sogar der Hügel Colle dei Cappuccini abgetragen. An dessen Stelle befindet sich heute der Piazza Europa. Die Entwicklung in Richtung Westen verhindert das Marinearsenal.
Im Laufe der Stadtentwicklung wurden zahlreiche Arbeiten zur Urbarmachung notwendig. So bestand die Zone des heutigen Hafens weitestgehend aus Sumpfland (im Volksmund: Stagnoni). Der Golf von La Spezia, mit einer Ausdehnung von circa 150 Hektar, wird von einem 2210 Meter langem Wellenbrecher vom Ligurischen Meer abgetrennt. Zwei Öffnungen von ungefähr 400 und 200 Metern ermöglichen den Zugang. Die Bucht selbst hat eine Länge von 4,6 Kilometern und eine Breite von 3,2 Kilometern. Die besondere Beschaffenheit des Golfes, die Schutz vor Unwettern und feindlichen Angriffen bietet, war Grund dafür, dass in La Spezia eines der größten Marinearsenale gebaut wurde und sich dort im Laufe der Zeit einer der bedeutendsten Handelshäfen des Mittelmeers entwickeln konnte.
Die 39 Stadtviertel La Spezias sind in fünf Munizipien zusammengefasst.[2] Die Viertel der Stadt sind: Antoniana, Buggi, Buonviaggio, Canaletto, Chiappa, Cittadella, Colli, Fabiano, Favaro, Felettino, Foce, Fossitermi, Fossamastra, Isola, La Lizza, La Pianta, La Pieve, Limone, Marinasco, Mazzetta, Melara, Migliarina, Montepertico, Pagliari, Pegazzano, Pianazze, Poggio, Porta Rocca, Prione, Rebocco, Ruffino, San Bartolomeo, Sant’Anna, Scorza, Spallanzani, Termo, Umbertino, Valdellora und Vicci.
Die Gemeinde La Spezia umfasst neben La Spezia selbst die Orte Biassa, Campiglia, La Foce, Pitelli, San Venerio und Sarbia. Der Ballungsraum La Spezia hat eine Bevölkerung von über 180.000 und fasst die angrenzenden Gemeinden Vezzano Ligure, Lerici, Santo Stefano di Magra, Arcola, Follo, Riccò del Golfo di Spezia und Porto Venere ein.
La Spezias liegt in einer gemäßigt warmen Klimazone; charakteristisch ist das Mittelmeerklima mit atlantischen Einflüssen. Die Winter sind relativ mild, was durch die ablindernden Eigenschaften des Ligurischen Meers und des aus Afrika stammenden Scirocco bedingt ist. Trotzdem sind, durch balkanische Kaltluftströme hervorgerufene, Kälteeinbrüche nicht selten, so dass La Spezia im Winter mitunter Minusgrade verzeichnet. Der Temperaturdurchschnitt des kältesten Monats, dem Januar, beträgt 7,6 °C.[3] Der Sommer ist im Mittel relativ warm, mit 24 °C im Juli.
Durch die Lage im ligurischen Bogen mit dem Apennin direkt an der Rückenseite der Stadt wird das Abregnen der gesättigten Meeresluft begünstigt, so dass La Spezia relativ hohe Niederschlagsmengen im Jahr verzeichnet. Maximale Niederschläge werden im Herbst und Frühling erreicht. Das jährliche Niederschlagsmittel beträgt 1343 Millimeter.[3] Obwohl Schneefall untypisch für das Mittelmeerklima ist, hat trat dieser insbesondere in den letzten Jahren gehäuft auf.
Ausgrabungen belegen, dass es in der Gegend des Golfs von La Spezia bereits in der Eisen- und Bronzezeit menschliche Siedlungen gegeben hat. Zur Zeit der Gründung Roms befand sie sich am Rande des etruskischen Einflußbereiches. Die Ursprünge der römischen Kolonisation hängen eng zusammen mit der Geschichte von Luna, einer römischen Ansiedlung nahe der heutigen Gemeinde Ortonovo im Südosten der Provinz La Spezia. Wegen der zum Teil steilen Apenninabfälle entlang der ligurischen Küste war die Anbindung an die Straßenverbindungen des Römischen Reichs recht begrenzt. Nichtsdestotrotz zeugen zahlreiche Ausgrabungsstätten davon, dass auch das Umland des heutigen Golfes von La Spezia fest in die Infrastruktur des Reiches eingegliedert war.
Das Christentum faßte vermutlich ab dem 3. Jahrhundert Fuß in der Region. Einhergehend mit der Völkerwanderung sowie den militärischen Auseinandersetzungen zwischen west- und oströmischem Reich fielen Heruler und Goten in Ligurien ein. 643 fiel die Region unter die Herrschaft der Langobarden. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Küste regelmäßig von arabischen und normannischen Piraten heimgesucht – ein Faktor, der sich erst mit dem Aufkommen der italienischen Stadtrepubliken langsam änderte.
Die Ansiedlung La Spezia, ursprünglich nicht mehr als ein Fischerdorf, entstand im 12. Jahrhundert.[4] Unter der Herrschaft von Nicolò Fieschi von 1256 bis 1273 entwickelte sich das durch seine Lage am Ende einer Bucht begünstigte Dorf zum Vorposten im Kampf gegen die Vorherrschaft Genuas.[5] Aus dieser Zeit stammen auch die bis heute erhaltenen Grundmauern des Castello San Giorgio. Nach der Eroberung 1273 wurde La Spezia Teil der Republik von Genua: als Außenposten zur Verteidigung gegen den Konkurrenz der toskanischen Stadtrepubliken, insbesondere Pisa.
In den Jahrhunderten zwischen dem Spätmittelalter und dem Ausbruch der Französischen Revolution entwickelte sich La Spezia langsam aber stetig zur zweitwichtigsten Stadt an der ligurischen Küste. Die zerstörte Stadtmauer wurde zu dieser Zeit wieder aufgebaut; ebenso die Kathedrale Santa Maria, die Mitte des 15. Jahrhunderts von den Genovesen niedergebrannt und geplündert worden war. Ebenso wie die gesamte Region wurde auch La Spezia von einer Malaria-Epidemie im Jahr 1656 schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Die Dynamik hin zur Etablierung als großstädtisches Regionalzentrum setzte erst im Zuge der Napoleonischen Kriege ein. Als Teil der Ligurischen Republik gehörte La Spezia seit 1805 zum französischen Empire. Nachdem die Bedeutung der Stadt bereits durch die Befestigung der Hafenanlagen im 18. Jahrhundert gestiegen war, erhob die französische Regierung die Stadt zum Verwaltungssitz (1808) und baute das Hafenarreal zum wichtigen Militärhafen aus. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden auch einige repräsentative Gebäude, wie etwa das Civic Teatre im Altstadt-Viertel in der Nähe des Hafens.
Nach der Niederlage Frankreichs 1815 wurde Ligurien Bestandteil des Königreichs Piemont. 1849 entschied sich die piemontesische Regierung unter dem Camillo Benso Graf von Cavour, einen der Hauptbetreiber der italienischen Einigung, den Militärhafen auszubauen. Die Arbeiten daran begannen 1857 und dauerten bis 1869. In der Folge verstärkte sich die Zuwanderung in die Stadt substanziell. 1861 lag die Bevölkerungsanzahl bei rund 15.000. Bis 1881 war sie bereits auf über das Doppelte angestiegen. Nach der Gründung des Königreichs Italien wurden die Befestigungsanlagen des Arsenals weiter ausgebaut. Seither fungiert das Arsenale Militare Marittimo von La Spezia als einer der wichtigsten, zeitweilig sogar der wichtigste Militärhafen Italiens. In den 1870er Jahren wurde ein weiteres Infrastrukturprojekt fertiggestellt – das bautechnisch anspruchsvolle und großteils durch Untertunnelungen realisierte Teilstück der Bahnstrecke Pisa–Genua zwischen Sestri Levante und La Spezia.
Als Militär- und Industriestadt sowie Verwaltungsmetropole der gleichnamigen Provinz wartete La Spezia zu Anfang des Jahrhunderts mit einer Einwohnerzahl von über 70.000 Bewohnern auf. 1911 gründete der Futurist Hector Cozzani die Zeitschrift „Eroica“. 1913 begann der Architekt Vincenco Bacigalupi mit dem Bau des Trianon-Theaters. Weitere Bauten und Denkmäler folgten nach der faschistischen Machtübernahme 1922 – darunter auch der 1933 entstandene, neoklassizistische Palazzo delle Poste in der parallel zum Hafenkai verlaufenden Via Vittorio Veneto.
Ebenso wie in anderen Regionen Italiens, die traditionell eher zur politischen Linken tendierten, ging auch in La Spezia die Etablierung der faschistischen Diktatur nicht ohne Konflikte über die Bühne. Der Autor Roger Engelmann berichtet in seinem Buch Provinzfaschismus in Italien. Politische Gewalt und Herrschaftsbildung in der Marmorregion Carrara[6] sowohl von renitentem Verhalten als auch von Versuchen, politisch zu taktieren. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Region stark in Mitleidenschaft gezogen. 1943 griffen alliierte Luftwaffenverbände die Stadt an und zerstörten große Teile der zivilen und militärischen Infrastruktur. Nicht zuletzt als Reaktion auf Massaker an der Zivilbevölkerung, die von der deutschen Wehrmacht sowie Verbänden der SS begangen wurden[7], kam es 1944/45 auch in der ligurischen Bergregion zu einer starken Zunahme von Aktivitäten unterschiedlicher Partisanengruppierungen. Am 23. April 1945 gelang es den in der Resistenza zusammengefaßten Organisationen schließlich, auch in La Spezia die militärische Kontrolle zu übernehmen.[8]
In den unmittelbaren Nachkriegsjahren wurde La Spezia unter anderem bekannt als „Citta di Exodus“, als Hafen für die Ausreise jüdischer Flüchtlinge und Displaced Persons nach Palästina. Insgesamt verließen vom Sommer 1945 bis zum Frühjahr 1948 rund 23.000 Juden Italien mit dem Ziel Palästina. Im April 1946 legten die Schiffe Fede und Fenice aus dem Golf von La Spezia ab – ein Vorfall, der damals auch als „La-Spezia-Affäre“ bekannt wurde und der dazu führte, dass die ligurische Hafenstadt auf israelischen Karten bis heute als Schàar Zion, als das Tor Zions, aufgeführt ist. Als Gedenken an diese Vorfälle vergibt die Stadt jedes Jahr den Exoduspreis mit dem Ziel, die interkulturellen Beziehungen zu fördern.[9] Dieser Preis erhielt seinen Namen in Anlehnung an die Exodus-Affäre. Das Schiff ist insofern mit La Spezia verbunden, dass es in Porto Venere nahe La Spezia zum Flüchtlingsschiff umgebaut wurde.
In den Jahrzehnten nach Ende des Zweiten Weltkriegs erreichte die Stadt ihren Einwohnerzenit. Laut ISTAT betrug die Einwohnerzahl im Jahr 1971 knapp 125.000 Personen. Ab den 1970er Jahren bewirkte die Krise der alten Industriesektoren auch in La Spezia ein langsames, aber stetiges Absinken der Einwohnerzahl. 2009 lag wie mit rund 95.000 Einwohnern auf einem ähnlich hohen Niveau wie zur Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg. Das Bürgermeisteramt stellten seit Beginn der Nachkriegsrepublik die linken Parteien (Sozialisten, Kommunisten bzw. PDS). Lediglich in den 1960er- und 1970er-Jahren besetzten die Christdemokraten über eine längere Periode dieses Amt.[10] Ebenso wie die gesamte Region Ligurien ist auch La Spezia sowie die umliegende Provinz von den Auswirkungen der Globalisierung mehr oder weniger stark betroffen. Bemerkbar macht sich das vor allem durch eine verstärkte Arbeitsmigration sowie die dadurch ausgelösten Probleme.
Der Stadtname La Spezia unterlag im Lauf der Zeit historischen Veränderungen. Aufgrund regionaler Sprachgewohnheiten ist er bis heute nicht eindeutig. Als Spezam tauchte er 1256 zum ersten Mal in einem Dokument auf. Andere Quellen beziehen sich auf eine Schrift vom 25. Juli 1071, in der Spezia erwähnt worden sei. Als historischer Ortskern wird das Stadtviertel Poggio in der Altstadt angegeben.
Neben der bis heute ungeklärten Herkunft des Toponyms hat in der Geschichte der Stadt vor allem der vorgestellte Artikel La, zu Deutsch also Die Spezia, nicht wenig Kontroversen und Verwirrung in der italienischen Bevölkerung ausgelöst. Der Artikel tauchte schon in den ersten in italienisch verfassten Dokumenten mit Bezug zur Stadt auf. Nach der Einverleibung der Region Ligurien in das Königreich Sardinien 1815 beschloss die Verwaltungsbehörde jedoch den Artikel zu streichen, da eine derartige Schreibweise der Regel zuwider läuft, nach der Toponyme ohne Artikel stehen. Diese Änderung stieß jedoch auf den Unwillen der Einwohner, die mehrmals Beschwerde bei der Zentralregierung einreichten – jedoch ohne Erfolg. Mit der Bildung der Provinz La Spezia im Jahr 1923 kam es jedoch vermehrt zu Problemen mit der Namensgebung, da trotz klarer Regelung der Artikel weiterhin im Gebrauch geblieben war. Mit diesem Hintergrund entschied der Gemeinderat 1926 einen Antrag auf die Wiedereinführung des Artikels zu stellen.
Am 2. April 1930 wurde schließlich mittels eines königlichen Erlasses der Name der Stadt mit La Spezia festgeschrieben. Da der Erlass jedoch in einigen Punkten vage formuliert worden war, kam es in der Folge erneut zu Unstimmigkeiten – so wurde der Artikel im Dokument nicht wie alle Artikel klein geschrieben sondern in der Großschreibweise quasi als Namensbestandteil angegeben. Bis heute taucht in der italienischen Literatur und im Sprachgebrauch häufig der Fehler auf, den Artikel La undekliniert zu gebrauchen. Beispielsweise wird statt dem korrekten „dalla Spezia“ oft „di La Spezia“ oder statt „nella Spezia“ oft „in La Spezia“ verwendet. Das Statut der Stadt hält fest: „In der Denominierung der Gemeinde wird dem Namen Spezia nach der historisch fundierten Tradition der bestimmte Artikel vorangestellt. Dieser ist in jeder Rechtsbeziehung den allgemeinen Gebrauchsregeln unterworfen und stets deklinierbar.“[11]
Ein weiteres Problem stellt die Großschreibweise des Artikels dar. Dieser darf nach den Regeln der italienischen Grammatik lediglich am Satzanfang groß geschrieben werden. Zudem wird die Stadt in alphabetischen geordneten Verzeichnissen oft nicht unter S sondern fälschlicherweise unter L eingeordnet. Interessanterweise findet der Artikel im lokalen Dialekt keinen Gebrauch. So heisst es hier im Italienischen oft „Sono di Spezia“ oder „Vado a Spezia“, was zu deutsch etwa „Ich bin aus Spezia“ beziehungsweise „Ich gehe nach Spezia“ bedeutet.
La Spezia verdankt seine wirtschaftliche und soziale Entwicklung in erster Linie dem Marinearsenal, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf Veranlassung von Camillo Benso von Cavour errichtet wurde. Der Marinestützpunkt, der bis heute zu den wichtigsten der italienischen Marine gehört, begünstigte die Wandlung des kleinen Fischerorts La Spezia zu einer größeren Provinzhauptstadt mit Sitz zahlreicher Industrien. Von besonderer Bedeutung für die Militärbasis ist das ansässige Rüstungsunternehmen Oto Melara. Weitere wichtige Industrieunternehmen sind Termomeccanica im Bereich Metallverarbeitung, das Wärmekraftwerk „Eugenio Molante“ des Energiekonzerns ENEL und die Werften der Fincantieri und der Cantieri navali del Muggiano.
Mit dem zunehmenden Abzug der Marine, die seit den neunziger Jahren verschiedene Abteilungen schloss und einige Einheiten in die Militärbasis von Tarent verlegte, traten für die Wirtschaft La Spezias ernste Probleme auf, was sich auch in einem demographischen Rückgang widerspiegelte. Aktuell sind zahlreiche wirtschaftsfördernde Initiativen im Gange. In erster Linie wurden die leerstehenden Räumlichkeiten der Marine für den zivilen Gebrauch umfunktioniert, was vor Allem der, in letzter Zeit stark expandierenden, Sportschifffahrt zugute kam. Eine positive Auswirkung auf die Weiterentwicklung der Stadt verspricht man sich auch von dem Shopping-Mall-Projekt „Le Terrazze“, das über eine vermietbare Fläche von 38.500 Quadratmetern verfügen und Ende 2011 eröffnet werden soll.[12]
Von besonderer Bedeutung ist in den letzten Jahren der Tourismus für die Stadt geworden. Von diesem profitiert nicht nur die Riviera mit den vielbesuchten Cinque Terre, sondern auch das Hinterland, und hier insbesondere das Val di Vara. Vom Cinque Terre-Tourismus ist die Stadt bislang zwar nur indirekt betroffen – als Ausgangspunkt für den Schienen-Regionalverkehr entlang der ligurischen Levante. Darüber hinaus bedienen in der Urlaubssaison unterschiedliche Fährlinien den Ausflugsverkehr in die umliegenden Orte. Darüber hinaus ist der Hafen von La Spezia auch Ausgangspunkt für den Fährbetrieb nach Sardinien und Korsika. Um Küste und Umland auch für einen nachhaltigen Tourismus zu erschließen, entstanden an der Küste und in den Tälern der Provinz diverse Agrotourismusbetriebe, was zu einer Wiederbelebung der ländlichen Region führte. Durch die Renovierung der vielen, in Verfall geratenen Landhäuser konnte das traditionelle Bild der Umgebung La Spezias bewahrt, beziehungsweise wiederhergestellt werden. Das gesteigerte Interesse an biologischen und hochwertigen Landwirtschaftprodukten hat auch den weingastronomischen Tourismus ansteigen lassen. Eine durch Verkehrsberuhigung und Fußgängerzonen mit in Gang gesetzte Aufwertung erfahren haben seit Anfang des 21. Jahrhunderts schließlich auch die Altstadt-Quartiere des Prione-Viertels zwischen Hauptbahnhof und Hafen.
Schließlich befindet sich in der Nähe von La Spezia, auf dem Territorium Porto Veneres, Italiens einzige Wiederverdampfungsanlage. Diese ermöglicht über den Seeweg den Import von Flüssiggasen, wie beispielsweise Methan. Das Ausbau- und Modernisierungsprojekt der Anlage im Jahr 2007 löste in der Bevölkerung Proteste aus.
In der Stadt befinden sich die Zeitungsredaktionen des Il Secolo XIX, der La Nazione und der Gazetta della Spezia. Außerdem ist La Spezia Sitz des Fernsehsenders Tele Liguria Sud und der Lokalredaktion des genuesischen Fernsehkanals Primocanale. Mehr oder weniger umfangreiche Onlinenangebote zur Verfügung stellen die Webportale Spezialmente.it, Tuttospezia.it, Cittadellaspezia.com und LaSpeziaOggi.it, die täglich oder monatlich über aktuelle Geschehnisse und Veranstaltungen im Bereich Politik, Kultur und Sport informieren.
Die demografische Entwicklung bis Ende des 18. Jahrhunderts lässt sich naturgemäß nur schätzen. Für die Zeit zwischen 1500 und 1800 ist es realistisch, von einer langsam ansteigenden Population zwischen mehreren Hundert und mehreren Tausend Einwohnern auszugehen. Das Istituto Nazionale di Statistica hat die demografische Entwicklung seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Zahlen erfasst. Die Entwicklung dokumentiert das rasante Wachstum im 19. Jahrhundert, zeigt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts allerdings einen langsamen Bevölkerungsrückgang. Die aus dem Jahr 2009 stammende Einwohnerzahl von rund 95.000 deutet auf eine Konsolidierung hin.

Als Regionalmetropole und Hafenstadt wartet La Spezia mit einer Reihe historischer Gebäude sowie einigen Museen auf. Darüber hinaus verfügt die Stadt über zahlreiche kulturelle Angebote. Diese umfassen eine große Bandbreite an Sehenswürdigkeiten und Monumenten, sowie improvisierte Kunstinitiativen. La Spezia ist Mitglied in der Vereinigung der Kunst- und Kulturstädte (Associazione Città d’Arte e Cultura – CIDAC).[13][14] Im Jahr 2007 gab es im Rahmen des Wissenschaftfestivals (Festival della Scienza) zahlreiche Veranstaltungen in der Stadt. Bekannt ist die Stadt auch durch ein alljährlich stattfindendes Jazzfestival.
Abgesehen vom Castello San Giorgio, dass oberhalb der Altstadt liegt, konzentrieren fast alle Sehenswürdigkeiten im unmittelbaren Stadtzentrum. Das Zentrum und dessen Kern, das Prione-Viertel zwischen Bahnhof und Hafenanlagen, wird grob umgrenzt vom Marinearsenal, der vom Bahnhof Richtung Arsenal und Porto Venere gehenden Viale Garibaldi sowie der parallel zum Hafen verlaufenden Durchgangsstraße Via Vittorio Veneto. Die zentrale Straße des Prione-Viertels ist die zur Fußgängerzone umgebaute Via Prione, welche, zunächst als Via Fiume, vom Bahnhofsvorplatz bis zum Hafen führt.
In den 1990er Jahren erlebte die Stadt einen kleinen Boom an Museums-Neugründungen. Zu den zahlreichen Museumseinrichtungen in der Region Ligurien gesellten sich als Neuzugänge in La Spezia das Museum für Moderne Kunst (CAMeC) sowie das Museo Amadeo Lia. Letzteres geht auf die Initiative des Industriellen Amadeo Lia zurück, der seine Gemäldesammlung der Stadt La Spezia hinterließ – allerdings mit der Auflage, dass die Stadt hierfür geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Derzeit sind folgende Museen für den Publikumsverkehr geöffnet:
Über das 'Internationale Jazzfestival La Spezia' hinaus bietet die Stadt ein breitgefächertes kulturelles Angebot. Insbesondere in den Sommermonaten findet eine Vielzahl von Theater- und sonstigen Freilichtauftritten statt, oftmals mit kleinen, unbekannten Gruppen und organisiert von lokalen Initiatiatoren bzw. in Selbstorganisation. Hinzu kommt ein durchwachsenes Kinoangebot sowie ein breites Spektrum unterschiedlichster Sport-, Fest- und Musikveranstaltungen. Während das gastronomische Angebot der Stadt durchaus als vielfältig bezeichnet werden kann und das übliche Spektrum von „volkstümlich-einfach“ bis „trendig“ abdeckt, konnten sich reine Diskotheken – ähnlich wie im größten Teil des restlichen Italien – bislang nicht etablieren. Ebenso wie in vergleichbaren Städten beherrschen auch im urbanen Zentrum von La Spezia die für Italien typischen Restaurants, Kneipenbetriebe und Coffeebars das Bild.
Ein derart beliebtes und vielfältiges Territorium, das neben Naturschätzen pittoreske Fischer- und Bergdörfer aufweist und ein ausgesprochener Touristenmagnet in Italien ist, ist konstant in Gefahr durch rücksichtslose Baumaßnahmen und andere Initiativen beschädigt zu werden. Glücklicherweise konnten solche in den letzten Jahrzehnten weitestgehend abgewehrt werden und die Provinz in seiner natürlichen Schönheit bewahrt werden.
Der von der Umweltorganisation Legambiente vorgelegte Bericht Ecosistema Urbano 2007[15] klassifiziert La Spezia neben den Gemeinden Bozen und Mantova als die umweltfreundlichste Stadt Italiens. Der Vorjahresbericht positionierte die Stadt auf dem siebten Platz.
Unter den 104 untersuchten Provinzhauptstädten erreichte La Spezia den 27. Platz bezüglich seiner Luftqualität, den 19. Platz für die niedrige Konzentration von Stickstoffdioxid, den 15. Platz für die Ausdehnung der Fußgängerzonen, den 11. Platz bezüglich verkehrsberuhigter Bereiche, den 27. Platz für die urbanen Grünflächen, den 25. Platz für den Pro-Kopf-Kraftstoffverbrauch, den 21. Platz für umweltfreundliche Energiepolitik und den 13. Platz für die Anzahl gemäß ISO 14001 zertifizierter Unternehmen.
In den vergangenen Jahren kam La Spezia in das Licht der Öffentlichkeit, als der Verbleib mehrerer Giftmüllfässer nicht aufgeklärt werden konnte. Die Fässer stammten von dem Transportschiff Jolly Rosso und enthielten neben Dioxin und anderem Giftmüll abgereichertes Uran und Asbest. Die Abfälle waren für die Deponien bei Marola (La Spezia) und Seveso bestimmt, wo ihr Verbleib jedoch nicht geklärt werden konnte. Weitere Untersuchungen wurden ergebnislos abgebrochen.
Im Stadtgebiet befindet sich das Wärmekraftwerk „Eugenio Montale“ des italienischen Energiekonzerns ENEL. Es ist das zweitgrößte Kraftwerk seiner Art in Europa und produziert als Gasturbinenkraftwerk über zwei Methangas- und eine Kohle/Ölanlagen Strom und Wärme. Mit einer Leistung von circa einem Gigawatt erzeugt es fünf Prozent des nationalen Energieverbrauchs.
Zum Schutz gegen Lärm, Staub und Abgase erhalten die Anwohner des Hafengebietes Vergünstigungen beim Kauf von Doppelverglasten Fenstern und Klimaanlagen. Trotz dieser Maßnahme hat La Spezia, auch durch andere Faktoren bedingt, die höchste Sterblichkeitsrate an Pleuratumoren in Italien. Ein Hauptgrund dafür liegt in der hohen Belastung durch Asbest, was zu einer starken Erhöhung der Inzidenz von Pleuramesotheliomen führt.[16]
Durch verstärkte Investitionen in die Erneuerung des Kanalisationssystem konnte in den Jahren um die Jahrtausendwende der Prozentsatz der an die Kanalisation angeschlossenen Haushalte von 38 auf 76 % erhöht werden. Trotzdem bleibt die Anzahl der nichtangeschlossenen Haushalte hoch. Die Kläranlage der Stadt befindet sich bei Stagnoni.
Die Müllabfuhr wird von der ACAM Ambiente, einer Tochtergesellschaft der ACAM S.p.A, betrieben und garantiert auf dem gesamten Gemeindegebiet ein Mülltrennungssystem für feste Abfälle.
Am 4. Dezember 2006 wurde im Palazzo della Regione in Genua von der Naturschutzorganisation Legambiente der 17. Preis für „Recyclinggemeinden“ vergeben. La Spezia kam mit 32,14 % getrenntem Hausmüll (ein Anstieg von 6 % im Vergleich zum Vorjahr[17]) in der Rangliste auf den ersten Platz unter den anderen Provinzhauptstädten der Region. Unter allen Kommunen Liguriens kam die Stadt auf Rang 21. Damit liegt La Spezia unter der im Dekret Ronchi gesetzlich vorgeschriebenen Quote von 35 %.[18]
Im November 2006 wurden der Stadt 350.000 Euro von der Region Ligurien bereitgestellt, um die Entsorgung organischen Abfalls zu verbessern.
Im Jahr 2007 wurde ein Rückgang um einige Prozentpunkte in der Mülltrennung registriert. Trotzdem stieg La Spezia in der regionalen Rangliste um sieben Plätze auf.
| Jahresmittel 2005[19] | Jahresmittel 2006[19] | Jahresmittel 2007[19] | |
|---|---|---|---|
| Gemeinde La Spezia | 27 % | 32,14 % | 29,90 % |
| Provinz La Spezia | 25,09 % | 30,80 % | keine Daten |
| Positionierung in der Region (insgesamt 235 Gemeinden) |
keine Daten | 21. Platz | 14. Platz |
Im Vergleich hierzu lag die nationale Mülltrennungsquote in Italien im Jahr 2009 bei 47 % und die von Deutschland bei 68 %.[20]
Als zweitgrößte Stadt der Region und Provinzhauptstadt ist La Spezia ein regionaler Verkehrsknotenpunkt. Dies betrifft vor allem das Schienennetz und die Schifffahrt. Weniger optimal ausgebaut ist das Straßennetz – ein Missstand, der durch die Geografie verursacht wird und den überwiegenden Teil der ligurischen Küste betrifft. Eine Umgehungstangente ist im Bau, aktuell jedoch noch nicht voll funktionsfähig. Eine Fluganbindung ist durch drei große internationale Flughäfen in der weiteren Umgebung gewährleistet.
Der öffentliche Nahverkehr wird von der Gesellschaft ATC (La Spezia) (Azienda Trasporto Consortile) bereitgestellt. Neben den urbanen Buslinien betreibt diese auch Überlandlinien in der Provinz La Spezia, sowie das Schulbussystem und ein Beförderungsangebot für behinderte Personen. Der Preis einer einfachen Fahrkarte beträgt derzeit 0,90 Euro.
La Spezia nimmt außerdem an dem europäischen Umweltprojekt BEST[21] teil, das den Gebrauch von Bioethanol als Kraftstoff fördern soll. Das Projekt sieht vor 100 entsprechende Busse für La Spezia anfertigen zu lassen, sowie drei Bioethanoltankstellen zu bauen.
Der Bahnhof La Spezia Centrale liegt an zwei überregionalen Bahnlinien:
Der Zentralbahnhof von La Spezia ist der größte zwischen Genua, Pisa und Parma. Daneben befinden sich im Stadtgebiet drei weitere Bahnhöfe: der Bahnhof La Spezia Migliarina, Ca’ di Boschetti und La Spezia Marittima. Letzterer liegt innerhalb des Handelshafens und wird ausschließlich als Hafenbahnhof genutzt. Außerdem befindet sich im Stadtteil Valdellora ein Güterbahnhof.
La Spezia wird von der Provinzstraße 1 (S.P.1/S.S.1), der Via Aurelia, durchquert. Weitere kleinere Verbindungsstraßen führen von der Stadt ins umliegende Territorium:
La Spezia ist an folgende Autobahnen angeschlossen:
Beide Fernverkehrsstraßen sind über die Tangentiale zu erreichen, die eine der Hauptstraßen (die Via Carducci) mit der Mautstelle „La Spezia“ verbindet. Von dieser erreicht man das Autobahndreieck A12/A15.
Die Stadt verfügt noch nicht über eine voll funktionsfähige Umfahrung. Diese, mit dem Namen Variante Aurelia, ist seit geraumer Zeit im Bau und soll den Bezirk Ospedale Felettino mit dem Stadtviertel Foce verbinden. Die Straße, die die Innenstadt entlasten soll, ist weitestgehend fertiggestellt, jedoch noch nicht vollständig an die Stadt angeschlossen. Am 15. Januar 2006 wurde ein erster Abschnitt der Tangente für den allgemeinen Verkehr freigegeben. Dieser ermöglicht eine schnelle Verbindung mit dem Val di Vara und ist über einen 2,4 Kilometer langen Tunnel an die Piazzale Ferro und das Viertel San Benedetto angebunden. Dadurch wird die Via Aurelia (S.S.1/S.P.1) in der Zone Foce umgangen. Die Fertigstellung der Tangentialstraße ist für das Jahr 2010 vorgesehen. Momentan wird an der Zubringerstraße Via Fontevivo gearbeitet, welche die zweite Ausfahrt der Tangente mit der Innenstadt verbinden wird.
La Spezia verfügt über keinen eigenen Flughafen. Im Umkreis von 100 Kilometern befinden sich jedoch drei große, internationale Flughäfen:
Der nächste Luftfahrt-Drehkreuz ist der Flughafen Mailand-Malpensa. Bei Luni befindet sich ein militärischer Flughafen.
Neben dem Handelshafen und dem Marinestützpunkt verfügt La Spezia über mehrere Anlegeplätze, die sowohl von Sportbooten und Yachten, wie auch den Verbindungsschiffen zu den Küstendörfern der Provinz genutzt werden. Von der Pier Italia legen in den Frühlings- und Sommermonaten Linienschiffe nach Lerici, Porto Venere, der Insel Palmaria, den Cinque Terre, Portofino und Genua ab. Einige der angrenzenden Gemeinden haben mit der Verwaltung La Spezias und den Personenbeförderungsunternehmen ein Abkommen zum weiteren Ausbau dieser Wasserwege beschlossen. Zudem ist seit einigen Jahren ein Projekt aktiv, welches den Golf als Zwischenstopp für größere Kreuzfahrtschiffe vorsieht. Dadurch soll das Touristenaufkommen weiter erhöht werden. Über die aufgeführten Ferien- und Regionallinien existiert auch ein regelmäßiger Fährdienst zu den Inseln Sardinien und Korsika.
La Spezia ist Sitz folgender Schulen:
Aktuell wird über den Umzug der Universität in die Räumlichkeiten der Kaserne „Duca degli Abruzzi“ diskutiert.
Söhne und Töchter
Ameglia | Arcola | Beverino | Bolano | Bonassola | Borghetto di Vara | Brugnato | Calice al Cornoviglio | Carro | Carrodano | Castelnuovo Magra | Deiva Marina | Follo | Framura | La Spezia | Lerici | Levanto | Maissana | Monterosso al Mare | Ortonovo | Pignone | Porto Venere | Riccò del Golfo di Spezia | Riomaggiore | Rocchetta di Vara | Santo Stefano di Magra | Sarzana | Sesta Godano | Varese Ligure | Vernazza | Vezzano Ligure | Zignago
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